Schwarzer Kies wird endlich grün. Die G´stettn kehrt zurück!
Titelbild zu Schwarzer Kies wird endlich grün. Die G´stettn kehrt zurück!

Vorname

Stefan

Nachname

Ohrhallinger

Deine Idee in deinen Worten

Schwarzer Kies wird endlich grün. Die G'stettn kehrt zurück!

Die ca. 100 Baumscheiben rund um den 2019 fertiggestellten Austria Campus beim Praterstern sind mit schwarz verfüllten Kieswaben bedeckt. Die restlichen Belagsflächen, der Straßen, Gehsteige und Aufenthaltszonen sind grau asphaltiert oder gepflastert, was einer >95% Versiegelung entspricht. Der cleane optische Eindruck "grau-in-grau" der Oberflächen wird von der Bevölkerung als sehr negativ empfunden. Der Ruf nach mehr begrünten Bereichen wurde bei der Gebietsbetreuung von verschiedenen Seiten deponiert.
Vor nicht allzu langer Zeit gab es hier am Gelände des ehemaligen Nordbahnhofs einen Urwald mitten in der Stadt. Robuste Pflanzen, wie die Felsen-Fetthenne, Rucola, Hagebutten, Goldrute, oder die feine Steinfeder, die unserem relativ trockenem Klima gut angepasst sind, eroberten das brache Gelände und überzogen es rasch mit einer grünen und färbigen Vegetationsdecke. In der „Grüne Mitte“ lebt der Rest der ruderalen Trockenhelden, denen wir eine Rückkehr zu den Bauminseln ermöglichen möchten.
Wir schlagen vor, die unversiegelten Kiesbereiche mit Elementen aus der G'stettn zu bepflanzen. Die Erfahrungen aus Sichtungsgärten mit Stauden-Gehölz-Mischpflanzungen sollen dauerhaft ausgewogene Pflanzenbilder erzeugen helfen. Aus der großen Biodiversität der G'stettn werden ästhetisch gut kombinierbare und pflegeleichte Elemente herausgegriffen, ergänzt mit Blumenzwiebeln zu einer "Wiener G'stettn"-Staudenmischung kombiniert. So entstehen ca. 1000m² neue Grünflächen im dicht verbauten Innenstadtbereich.
Unser Vorschlag bringt eine große Verbesserung des optischen Eindrucks dieser Straßenzüge bei vergleichsweise geringem Aufwand. Das Konzept Kiesbepflanzung und die Staudenmischung "Wiener G'stettn" können überall in Wien, und auch in anderen Städten mit ähnlichem Klima (geringfügig angepasst) verwendet werden.

Umsetzungsort

Die an den Campus Austria angrenzenden und durchgehenden Straßen in 1020 Wien. Das Gebiet ist begrenzt durch Lembergerstraße, Am Tabor, An den Kohlenrutschen und Walcherstraße.

Was ist nötig, um deine Idee umzusetzen?

Entfernung der Kieswaben aus den Baumscheiben. Der Splitt kann als Mulchmaterial wiederverwendet werden. Die Stauden werden direkt in das verbesserte und gefräste, anstehende Substrat gesetzt. Die Staudenmischung "Wiener G'stettn" braucht für ein schnelles Erreichen des gewünschten Bildes etwas Anwuchspflege.

Welche Betreuung wird nach der Umsetzung nötig sein?

Grundsätzlich sind die verwendeten Arten trockentolerant. Mehrwöchige Hitzephasen können das Gesamtbild jedoch beeinträchtigen, eine Bewässerung alle zwei bis drei Wochen verbessert den optischen Eindruck daher wesentlich. Der jährlicher Pflegebedarf für ähnliche Staudenmischungen, wird laut BdB mit 1-2 Minuten/m² angegeben.

Kann man deine Idee auch anderswo umsetzen?

Das Studium der Pflanzengesellschaften vor Ort ist und war das Erfolgsrezept vieler Landschaftsgärtner*innen. Das Pilotprojekt „Wiener G´stettn“ ist ein Vorzeigemodell um gepflasterte Bereiche zu entsiegeln. Das hier Unkraut geadelt wird liegt voll im Trend. Der Umsetzungs- und Pflegeaufwand ist verhältnismäßig gering und kann über Patenschaften von Anrainer*innen gelöst werden. Damit gelingt die für Kommunen so wichtige positive Identifikation mit dem eigenen Grätzl.

Was erhoffst du dir von der Umsetzung deiner Idee?

Bunte Grünflächen lockern die "Grau-in-Grau" Flächen auf. Die ehemalige G'stettn bleibt in Elementen als Andenken erhalten und drückt dem Grätzl einen individuellen Stempel auf.
Das Modell trockentolerante Bepflanzung ist kostengünstig und kann ein Vorbild für viele andere Bereiche sein.